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Zecken und Insektenstiche

Zecken-Insektenstiche

Insektenstiche

Ein Insektenstich oder Insektenbiss ist eine der häufigsten unangenehmen Begleiterscheinungen im Urlaub. Während in unseren Breitengraden vor allem Zecken und Wespen unangenehme bis mitunter gefährliche Reisebekanntschaften darstellen, sind es in anderen Gefilden oftmals Mücken (natürlich kann man auch in Europa mit Mückenstichen traktiert werden, allerdings fängt man sich dabei keine gefährliche Krankheit ein). Zu einer guten Reisevorbereitung zählt daher auch die ausreichende Vorsorge vor Insektenstichen.

 

Zecken

Die Zecke, die eigentlich kein Insekt ist, sondern vielmehr zu den Spinnentieren gehört, lauert in hohen Gräsern oder im Unterholz ihrem Opfer auf  (bis in einer Höhe von ca. 1,5 m). Sie lassen sich üblicherweise vom Wirtstier abstreifen. Jedoch lassen sie sich entgegen landläufiger Meinung nur äußerst selten von Bäumen auf den potentiellen Wirt fallen. Sie hängen sich an ihrem Opfer fest und suchen dann eine möglichst günstige Einstichstelle. Dies kann unter Umständen mehrere Stunden dauern. Sie bevorzugen dabei feuchte, warme, gut durchblutete und dabei dünne Haut. Beliebte Angriffsziele sind daher (beim Menschen) Haaransatz, Kniekehlen, Bauchnabel, der Schambereich und die Haut hinter den Ohren.

Männchen wie Weibchen ernähren sich von Blut, jedoch dauert eine „Mahlzeit“ bei den männlichen Parasiten einige Tage, während sie bei den Weibchen bis zu zwei Wochen dauern kann. Nachdem die Zecke ihr Opfer gestochen hat, beginnt sie nun das Blut aufzulecken. Dabei würgt sie nun regelmäßig unverdauliche Nahrungsrückstände in den Wirt zurück – und hier beginnt dann nun der eigentliche Ärger, denn gemerkt hat das Opfer vom Zeckenbiss bisher nichts. Denn hierbei werden häufig Krankheitserreger von vorigen Wirten übertragen – die sich zudem oftmals im Zeckenkörper noch vermehrt haben. Zu den häufigsten Krankheiten, die durch Zecken verursacht werden können, gehören verschiedene Arten der Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis – allerdings besteht ein Infektionsrisiko die meiste Zeit des Jahres, nämlich ab 7° C). Hierbei handelt es sich um gefährliche Erkrankungen der Hirnhaut bzw. des Nervensystems, die auch chronisch werden können. Gegen FSME kann man sich vorsorglich impfen lassen, gegen Borreliose wird  ein Impfstoff (für europäische Varianten) entwickelt, gegen nordamerikanische Varianten gibt es einen Impfstoff, der jedoch vom US-Hersteller aus Profitgründen (!) nicht mehr produziert wird. Es gibt einen Impfstoff für Hunde, dessen Wirksamkeit jedoch umstritten ist.

Zeckensaison ist übrigens von April bis November. Mit Borreliose infizierte Zecken sind in Mitteleuropa v.a. im Alpenraum zu finden, so sind es innerhalb Deutschlands v.a. Süd- und Mitteldeutschland, in denen Zecken mit Borrelia burgdorferi befallen sind (etwa 20-30 % der Zecken, in ), während es in Norddeutschland immerhin noch 6 % bis 10 % sind. Dafür finden sich in Höhenlagen von oberhalb 1000 m keine Zecken. In weiten Teilen Süddeutschlands ist von 30-50 % Befall auszugehen. Auch die Konzentration von Erregern scheint dort höher zu sein: Während man in Norddeutschland von einer Wahrscheinlichkeit von 1/300 ausgeht, nach einem Zeckenstich an Borreliose zu erkranken, ist sie in Hochrisikogebieten 1/10. Manche Studien gehen gar von einem Risiko von bis zu 35 % aus! Etwas weniger düster sehen die Zahlen bei FSME aus (gegen die man sich ja auch impfen lassen kann). In Risikogebieten sind 0,1 % – 5 % der Zecken mit FSME durchseucht. Auch hier sind es v.a. Teile Süddeutschlands, einige Kantone der Schweiz und v.a. Österreich, die Risikozonen darstellen.

 

Schutz vor Zecken

Eine Impfung gegen FSME empfiehlt sich für alle, die in Risikogebieten wohnen oder reisen wollen. Die Kosten werden von den meisten Krankenkassen übernommen! Die beste Impfzeit ist übrigens der Winter, da dann im Frühjahr bereits ein guter Impfschutz besteht. Eine komplette FSME-Impfung besteht aus drei Einzelimpfungen, wobei die zweite nach ein bis drei und die dritte nach neuen bis zwölf Monaten erfolgen sollte. Nach drei bis fünf Jahren sollte man sich dann einer Auffrischungsimpfung unterziehen. Vergessen Sie nicht, zum Impftermin den Impfpass mitzunehmen!

Lange Hosen, aber auch lange Ärmel können das Zeckenrisiko teilweise reduzieren. Außerdem sollte Sitzen im Gras vermieden werden, wobei die Gefahr im gemähten Gras geringer ist, da die Zecken dort leicht von Vögeln entdeckt und gefressen werden. Außerdem gibt es verschiedene Zeckenabwehrmittel, die Zecken vertreiben, deren Wirkung jedoch meist nur einige Stunden anhält.

Da die Biester oftmals eine Stunde lang auf dem Körper herumkrabbeln, bis sie eine günstige Stelle gefunden haben, kann man Zecken oftmals schon entdecken, bevor sie sich festgebissen haben; hierbei sollte man vor allem die Beine absuchen. Es empfiehlt sich, in Zecken-Gebieten nach einem Aufenthalt im Freien die Kleidung nach Zecken abzusuchen und kräftig auszuschütteln. Danach sollte man sich duschen und auch den Körper nach Zecken (nach Möglichkeit gegenseitig) absuchen. Je schneller die Zecke entfernt ist, desto geringer ist das Infektionsrisiko! Zur Übertragung von Borrelien muss die Zecke einige Stunden gesaugt haben. Bei FSME ist die Übertragungszeit leider deutlich geringer, aber auch hier verringert schnelles Handeln das Erkrankungsrisiko. Oftmals vermeidet sogar eine Entfernung nach 24 Stunden noch eine Infektion.

 

Zeckenerkennung

Eine „leere“ (und damit hungrige) Zecke ist sehr klein (oft deutlich kleiner als ein Streichholzkopf, maximal jedoch 4 mm); im vollgesogenen Zustand kann sie ihr Volumen jedoch um das 200fache steigern – eine weibliche Zecke kann dann eine Größe von 3 cm erreichen! Zunächst ist eine Zecke auf den ersten Blick jedoch nur als großer dunkler Punkt erkennbar.

 

Zeckenentfernung

Es gibt verschiedene Arten, eine festgebissene Zecke zu entfernen. Dabei ist zu beachten, dass die Zecke möglichst nicht gequetscht werden sollte, um eine Infektion zu vermeiden. Schon gar nicht ist zu der Zuhilfenahme von Alkohol, Kleber oder dergl. „Hausmittel“ zu raten, da die Zecke sich dann in ihrem Todeskampf in die Einstichstelle erbricht. Viele Menschen infizieren sich gerade durch eine unsachgemäße Zeckenentfernung!  Es gibt verschiedene Werkzeuge zur Entfernung von Zecken, wie z.B. Zeckenzangen und –pinzetten; eine der besten Möglichkeiten ist die Zeckenkarte im Kreditkartenformat, mit der die Zecke einfach und sauber entfernt werden kann – erhältlich in vielen Apotheken! Nach Entfernung der Zecke sollte man die betroffene Hautstelle nach Möglichkeit desinfizieren.

 

Behandlung von Zeckenstichen

Nach einem Zeckenbiss sollte man einen Arzt aufzusuchen, der die Zecke auch entfernen kann (allerdings empfiehlt sich dies nur, wenn der Arzt unmittelbar nach dem Zeckenstich besucht erden kann, sonst sollte man sie – am besten mit einer Zeckenkarte – selbst entfernen. Auch nach Entfernung der Zecke ist ein Gang zum Arzt ratsam, der einen Befall mit FSME oder Borreliose feststellen kann und, wenn Gefahr im Verzuge ist, auch ein Antibiotikum verordnen kann. Aber auch Antibiotika sind leider keine Garantie gegen die Spätfolgen der Borreliose.

Ein untrügliches Zeichen für die Infektion mit Borreliose ist ein rötlicher, ringförmiger Ausschlag um die Stichstelle herum. Bild vom Ausschlag

Wichtiger Hinweis: Informationen dieser Webseite sollten niemals als alleinige Quelle für Entscheidungen verwandt werden! Fragen Sie  bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker! Medikamente sollten niemals ohne Absprache mit einem Arzt oder Apotheker eingenommen werden! Bei einem Zeckenstich / Wespenstich ist ein Arzt aufzusuchen!

 

Mehr Tipps und Informationen unter zeckenstich in wikipedia

sowie auf http://www.zecken.de

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Wespenstiche und Bienenstiche

Ein Wespenstich ist eine sehr schmerzhafte Sache. Da die Schmerzen mehrere Tage andauern, kann ein solcher Stich einem schon den Urlaub versauen. Für Allergiker kann ein Stich sogar lebensbedrohlich sein. Das Problem ist, dass vielen Allergikern nicht bewusst ist, dass sie eine Allergie haben. Außerdem kann ein Nicht-Allergiker jederzeit zum Allergiker werden.

Bienen können bekanntermaßen nur einmal stechen, dabei bleibt der Stachel in der Haut stecken, und die Biene reißt sich den Stachel ab. Der Stachel kann danach noch munter weiter Gift in die Einstichstelle pumpen. Daher sollte der Stachel so schnell wie möglich entfernt werden, beispielsweise durch Wegkratzen. Außerdem sollte die Wunde gekühlt werden. Allergiker sollten für den Notfall die richtigen Medikamente (Antihistaminika, Kortikoide, Adrenalin) mit sich führen, unter Umständen sollte ein Notarzt bzw. eine Ambulanz gerufen werden.

 

Vermeidung von Wespen- und Bienenstichen

Bienen sind normalerweise nicht sonderlich aggressiv und lassen den Menschen in Ruhe, wenn er sie in Ruhe lässt. Ein Problem stellen sie vor allem dar, wenn man barfuß auf sie tritt, weswegen man zur Vermeidung von Bienen- und Wespenstichen immer festes Schuhwerk tragen sollte, wenn man über Wiesen läuft. Wespen sind im Spätsommer auch oft ungern gesehene Gäste bei jeder Gartenfeier, jedem Picknick, jedem Frühstück im Grünen. Dabei kann es auch passieren, dass eine Wespe sich im Marmeladenglas, in der Bierflasche oder auf dem Kuchen niederlässt und dann dem nichtsahnenden Schlemmer in den Rachen sticht. Daraufhin kann der Hals anschwellen und so ein Erstickungstod ausgelöst werden, weswegen gilt: Prüfen Sie ihr Getränk oder Essen, ob sich in ihm eine Wespe befindet! Und wenn die Wespe zugestochen hat: Rufen Sie in jedem Fall sofort eine Ambulanz oder einen Notarzt (s.a. Euro-Notruf 112)! Die Gier der Wespen kann man sich aber auch zunutze machen, mit einer simplen Falle, die mit Sirup, Bier oder Zuckerwasser gefüllt wird und in der die Wespe dann elendiglich zugrundegeht.

Ansonsten gilt: Versuchen Sie ruhig zu bleiben, wenn eine Wespe Sie umschwirrt! Wenn Sie eine Phobie haben, kann es helfen, die Augen zu schließen und eine andere Person zu bitten, Ihnen mitzuteilen, wenn die Wespe wieder verschwunden ist. Übrigens: Wespen umtänzeln den Menschen im allgemeinen nicht aus einem besonderen Aggressionstrieb heraus, sondern weil sie große Objekte nur durch Umfliegen optisch einschätzen können. Davon abgesehen sind Wespen vor allem im Spätsommer und beginnenden Herbst - kurz vor ihrem Tode - zudringlicher als in den Monaten zuvor.

Wespen riechen Ihre Nahrungsmittel auf 100 Meter Entfernung. Diese Wespe ist an Land mit in die Barkasse eingestiegen, sicher nicht um eine "sightseeing tour" auf der Elbe zu machen. Rechts unten im Bild sehen Sie die Wespe, weitere Bilder von Hamburg (ohne Wespen) hier.

Wespe

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