Bargeldversorgung im Ausland

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Bankkarte-mit-EMV-Chip

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Wieviele Bankkunden sind von dem aktuellem Chip-Karten Problem betroffen?

Insgesamt sind in Deutschland 120 Millionen Bankkarten im Umlauf. Davon sind geschätzt ca. 30 Millionen Karten mit dem fehlerhaften EMV-Chip des französischen Kartenchiphersteller Gemalto ausgestattet. Von den 120 Millionen Bankkarten sind ca. 53 Millionen Bankkarten von Sparkassenkunden. Nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) sind bei den Sparkassen und Landesbanken ca. 20 Millionen Girokarten und 3,5 Millionen Kreditkarten mit dem fehlerhaften EMV-Chip der Firma Gemalto ausgestattet. Betroffen sind somit keineswegs alle Karten, sonder lediglich Karten aus zwei Produktionsserien mit diesem ganz speziellen Chip-Typ teilte der Dachverband der deutschen Kreditwirtschaft (ZKA) mit. Der niederländisch-französische Chip-Hersteller Gemalto übernahm die Verantwortung. Bei den neusten Girokarten mit Gültigkeitslaufzeit XX/13 (also Jahr 2013) ist das Problem bereits behoben.

Was sollten Kunden bei einer Reise ins Ausland tun?

In den Urlaubsländern Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich und Spanien versucht man durch Neuprogrammierung der Geldautomaten das Problem zu beheben. Unklar ist, ob und wann alle Geldautomaten die fehlerhaften Bankkarten akzeptieren. In den USA tritt dieses Problem nicht auf, da dort nicht der Chip, sondern der Magnetstreifen gelesen wird. Grundsätzlich sollte man sich mit Reiseschecks und Bargeld eindecken.

Ski-Urlauber sollten sich nicht auf Ihre Girokarte alleine verlassen. Insbesondere im Ausland bestehen Beeinträchtigungen bei Nutzung an Geldautomaten und im Einzelhandel. Möglicherweise ist das Problem im Ausland erst irgendwann im März gelöst (09.01.2010).

Sparkassenkunden werden die 23,5 Millionen fehlerhaften Giro- und Kreditkarten frühestens Anfang Februar oder März auch im (europäischen) Ausland wieder ohne Probleme einsetzen können. Der Jahr-2010-Fehler soll dann mithilfe einer speziellen Software behoben werden. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband teilte mit, dass nach Abschluss der derzeit laufenden Qualitäts- und Sicherheitstests in drei Wochen (Ende Januar) jede Sparkasse und Landesbank an einer zentralen Stelle über ein Terminal verfüge, mit dem die betroffenen Karten neu programmiert werden könnten, damit die Karte auch im Ausland einwandfrei funktioniert. Bei der Hamburger Sparkasse (Meine Bank heißt Haspa) können Sie Ihren Chip überprüfen und aktualisieren lassen. Weiter Informationen zum Chip-Update erhalten Sie unter der Haspa-Service-Hotline 040 3579 2626.

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) hat rund um die Uhr ein Notfalltelefon zur kostenlosen Notfall-Bargeld-Versorgung ihrer Kunden im Ausland eingerichtet. Telefon +49 40 3579 5100. Die 24-Stunden-Notfall-Hotline für Haspa-Joker-Kunden ist +49 40 3579 1110.

Warum treten bei EC- und Kriditkarten Probleme auf? Warum hauptsächlich in Europa?

Um EC- und Kreditkarten sicherer gegen sogenannte "Skimming"-Attacken zu machen, wurden sie mit goldfarbenen EMV-Chips ausgestattet. Kartendaten wurden früher auf dem Magnetstreifen abgespeichert und konnten so beim Geldabheben am Automaten oder Bezahlen im Geschäft mit einem speziellen Aufsatz leicht ausspioniert werden. Jetzt sind die Daten nun auf dem EMV-Chip hinterlegt, der die Echtheit der Karte "beurkundet".

Bei jedem Karteneinsatz wird nun nicht mehr auf den Magnetstreifen, sondern auf den EMV-Chip zugegriffen. Für sämtliche Sicherheitsüberprüfungen und Transaktionen spielt das aktuelle Datum eine wichtige Rolle. Experten vermuten, dass unter Umständen die Jahreszahl "2010" Probleme bereitet. Die Karten haben ein Problem mit der Jahreszahl 2010 - und verweigern seit dem Jahreswechsel die Zusammenarbeit mit den Lesegeräten. Die Folge: Keine Bargeldauszahlung, keine Zahlvorgänge mit der Kreditkarte. Bei der Übersetzung der Zahl "10" in und aus dem für Computer wichtigen Hexadezimalsystem könne die Jahreszahl möglicherweise falsch interpretiert werden und Fehler verursachen, die zum Abbruch der Transaktion führen.

Die EMV-Technik ist in Europa bereits relativ weit verbreitet, in den USA und anderen Teilen der Welt hingegen noch nicht. Deshalb sind EC- und Kreditkarten weiterhin mit einem Magnetstreifen ausgestattet. Probleme bei der Bargeld-Auszahlung und der Kartenzahlung bei Händlern sind nach Angaben des Chip-Herstellers Gemalto nur in Deutschland aufgetreten. Bezahlkarten von Gemalto, die in anderen Ländern ausgegeben wurden, funktionierten ohne Probleme.

Kunden können mit einer Gebührenerstattung rechnen...

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub können Verbraucher versuchen, die Kosten für das Geldabheben bei einer fremden Bank (wegen des Chip-Problems) von ihrem Kreditinstitut zurückerstattet zu bekommen. Die Kreditwirtschaft hat angekündigt, sich kulant zu zeigen.

Gebühren bei der Bargeldversorgung können unter anderem dann angefallen sein, wenn Verbraucher bei Problemen mit Geldautomaten ihrer Bank oder Sparkasse am Automaten eines anderen Instituten Geld abgehoben haben. Auch bei Bargeldüberweisungen ins Ausland etwa über den Finanzdienstleister Western Union können solche Kosten entstanden sein.

Kunden, denen wegen des Chip-Problems mit den Bezahlkarten bisher Kosten etwa durch Abhebegebühren bei fremden Instituten entstanden sind, bot die Kreditwirtschaft mittlerweile hierfür eine Entschädigung an. Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis entschuldigte sich für die Probleme.
Die Sparkassen würden Karteninhabern "diejenigen Gebühren ersetzen, die durch die Bargeldbeschaffung bei Banken beziehungsweise die Nutzung alternativer Zahlungsmittel wegen der aktuellen Funktionseinschränkung bei EC- und Kreditkarten entstanden sind", sagte Haasis.

Auch die Volks- und Raiffeisenbanken wollen Kunden entstandene Gebühren für die Bargeldversorgung erstatten. "Wir haben den Instituten schon am Montag empfohlen, kulant zu verfahren", sagte eine Sprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). "Wir wissen von den Instituten auch, dass sie das tun". Ein Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Banken (BDB) sagte, "es ist Konsens in der Kreditwirtschaft, dass Kunden entstandene Schäden nicht tragen sollen."

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